Meine Schützenlaufbahn "Im Neusser Bürger Schützenverein"

         

 

 

 

 

 

 

Als alles begann 

 

Mein Großvater Kasper war lange Jahre aktiver Schütze bei den Grenadieren, so dass mein Vater Gerd schon als kleiner Knirps bei den Edelknaben mitmachen wollte. Voller Stolz lief er dann auch einige Jahre als Edelknabe über den Markt, immer mit dem Blick nach den „ Großen“, 1949 war es dann soweit. Er marschierte an Großvaters Seite „Über de Maat".

Den Erzählungen nach muss es schon eine sehr schöne Zeit gewesen sein, die Harmonie stimmte und das wenige, was man hatte, wurde geteilt.

Es ging eben „de Freud vor ö neu Hemd“.

 

Als ich im Mai 1956 das Licht der Welt erblickte, hat wohl St.Quirin auch mir den Kirmesvirus in die Wiege gelegt. Mein junges Leben drehte sich fort an nur um die, wie wir Neusser sagen „fünfte Jahreszeit". Natürlich wollte ich schon damals an Vaters Seite mit marschieren, aber das ging noch nicht, ich musste noch etwas größer werden.

Im Jahre 1974 war es dann soweit, ich kam als aktiver Schütze zu dem

Neusser Jägerkorps 1823  

unter der Führung von

Major Heinz Peter Jansen und           

seinem Adjutanten  Ferdi Moog              

http://www.neusser-jaegerkorps.de/  

 

 

Im Jägerzug "Auerhahn"  

                          

 

Wir waren schon ein wilder Haufen junger Män­ner, aber wenn es  hieß „Still gestanden“, wusste jeder, was für eine Ehre wir unserem Brauchtum und unserer Vaterstadt zu zollen hatten. Zu unseren Zugleben gehörte neben gemeinsame Männertouren, Schießen und Fackelbau auch eine Jährliche Krönung des Zugkönigs. Ich konnte diese hohe Würde im Jahre 1978 erlangen. An der Seite meiner charmanten Königin Ingrid erlebten wir ein unvergessliches Jahr.

 

 

 

 

             

 1979 wechselte ich dann zum Jägerzug "Munterer Rehbock", wo ich die hohe Kunst des   Hönes erlernen und fünf Jahre ausüben konnte. Auch hier wurde Kameradschaft und Brauchtum groß geschrieben.

Die Zeit bei den "Jägern" war immer eine schöne und harmonische Zeit, aber den Blick zu meinem Vater mit denn Wunsch mit ihm in Reih und Glied in einem Zug zu marschieren, wurde immer stärker und es kam wie es kommen musste, 1985 war es dann soweit.

 

Ich folgte den Ruf meines Vaters zu den

St. Hubertus Schützen Neuss  

Unter der Führung von Major Manfred Günther

und seinem Atjutanten Eberhart Radde

http://www.st-hubertus.de/ 

"Hubertusjägern" von 1961   

 

Parade 1987 

                    

Parade 1987: OLT P.H. Schulenberg / LT. Friedhelm Jost / HFW. Gerd Gerard

Unter der Führung von OLT. P.H.Schulenber LT. Friedhelm Jost und HFW Gerd Gerard marschierte ich fortan an Vaters Seite „Über de Maat“
Ich konnte hier ein Zugleben erfahren das mich noch mehr begeistert hat. Die Harmonie stimmte, auch wenn mal Meinungsverschiedenheiten auftraten fanden wir immer wieder zueinander.
Ab 1988 wurde dann Friedhelm Jost zum OLT gewählt und führte mich und den Zug über lange Jahre durch die Schützenzeit. Es hat aber auch einige Veränderungen gegeben, die Posten des LT. und HFW. wurden öfter neu gewählt, (jeder „neue“ hat sein Amt auf seine Art neu belebt und hervorragend gemeistert) Kameraden sind dazu gekommen und manche wider gegangen aber das Zugleben hat in dieser Zeit immer neue Highlight erleben können. Sei es Ausflüge mit der Familie, Veranstaltungen mit Gäste oder nur mal ein Grillfest, wir haben immer zusammen gehalten um das Brauchtum zu pflegen.

Parade 1990

Parade 1990: OLT Friedhelm Jost / LT. Johannes Peerenbom / HFW. Gerd Gerard 

 

In den 22 Jahren als aktiver Hubertusjäger konnte ich an der Seite meines Vaters  die Harmonie und Kameradschaft eines gut geführten Schützenzuges erfahren. Mit "vier Väter und vier Söhne" waren wir  eine tolle Truppe. Es waren wunderbare Jahre der Harmonie und Brauchtumspflege, die „Alten“ förderten die „Jungen“ und die „Jungen“ passten auf die „Alten“ auf. Wir wurden in die hohe Kunst des Fackelbaus eingeweiht und durften die Vatertagsausflüge mit gestalten. Auch einige Vorstandsposten wurden von uns Söhnen „erobert“. Für meinen Vater und mich waren das die schönsten Jahre. Leider konnte dann mein Vater aus Gesundheitsgründen nicht mehr aktiv am Kirmesleben  teilnehmen. Aber er stand mir und dem Zug bis zu seinem Tode immer mit Rat und Tat zur Seite. Heute habe ich das Erbe meiner "Väter" angetreten und möchte es würdig vertreten.

Bei den Neusser Schützen habe ich meine Begeisterung für den Schießsport entdecken können und dies auch erfolgreich eingesetzten. 

 

  Als guter Schütze gewann ich 

nicht nur Auszeichnungen und Pokale,

auch die hohe Würde des Zugsiegers (Waidmann)

konnte ich in den Jahren 1997 / 2000 / 2004 erlangen.

An der Seite meiner Frau Ingrid

erlebten wir sehr schöne Jahre als Waidmannspaar.   

 

Es sei noch erwähnt dass ohne eine begeisterte Schützenfrau ein harmonisches Schützenleben über die ganzen 34 Jahre kaum möglich gewesen wäre. An dieser Stelle ein ganz besonderes Dankeschön an mein "Neusser Röschen und alle anderen "Nüsser Rösckes" die immer wieder zum gelingen des Neusser Heimatfestes beitragen.

Wie bei vielen Menschen hat auch bei mir der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen und meine körperliche Fitness gelitten. So habe ich mich im Dez. 2007 entschlossen die Strapazen der immer länger werdenden Zugwege zu entfliehen und wechselte ins Passivenlager der St.Hubertus Schützengesellschaft Neuss.  

 

Ob wohl ich das Vereinsleben bei den Hubertusjägern vermisse habe ich meinen Entschluss noch nicht bereut. Zumal ich weiterhin bei den Süd-Stadtjung`s, als Passives Mitglied, das Vereinsleben genießen kann.



Aber dann kam dieser unheilbare "Kirmesvirus" wieder durch:



 

Schützenlust Zug Südstadt-Jund`s

 

 

Im Mai 2008 bekam ich den Kirmesvirus doch noch mal zu spüren  und bin als Passiver in Uniform über „De Maat „

Ich muss gestehen es war wieder ein sehr schönes Erlebnis, diesmal als Schützenlüstler, über „De Maat zu jon“ aber die körperliche Fitness reichte nicht mehr aus um vier Tage, unter den Klängen der Marschmusik, zu marschieren. So werde ich doch lieber in Zukunft das Kirmestreiben von der anderen Seite (Straßenrand) bejubeln und genießen.

 

  

    

 

Kirmes 2010

Nach dem ich 2009 das Neusser Schützenfest als Passiver verfolgen konnte kamen mir starke Zweifel ob dieser Weg der Richtige für mich ist.

Wer nun glaubt dass ein „Vollblutschütze“ wie ich am Straßenrand stehen könnte um den Neusser Schützen und meinen Freunden zu zujubeln der hat sich, so wie ich, stark getäuscht.

So kam es wie es kommen musste. Zum Schützenfest 2010 zog ich wieder die Uniform der Schützenlust an und Marschierte, als Aktiver Schütze, durch die Straßen meiner Heimatstadt.


                 

 Unter der Führung von Olt. H.G.Pelzer, Lt. Thomas Kux und Fw Jürgen Gerwing war es wieder ein unbeschreiblich schönes Gefühl unter den Klängen der Marschmusik, in einem harmonischen Zug, „de Maat ä rup“ und durch Neuss zu marschieren.

Damit dieses Erlebnis noch viele male stattfinden kann werde ich wieder in das „Aktiven Lager“ wechseln und hoffe auf noch viele schön Jahre bei den Südstadt-Jung`s 


 

 

 

Abstecher nach Reuschenberg

 zum Reuschenberger Bürger-Schützenverein

 
 
Mein Kirmes Virus hat sich in den Jahren 1988 bis 1991 so stark vermehrt, dass ich auch in der Gartenvorstadt Reuschenberg, unter der Führung von Major Franz Lorenz und seinem Adjutanten Helmut Haas,  in die Uniform der Schützenlust bei den „Heimatfreunden“ schlüpfte.
 
In den Jahren 1990 + 1991 wurde ich zum Oberleutnant des Zuges „Heimatfreunde“ gewählt und konnte das Ansehen und die Belange des Zuges maßgeblich verbessern.
In dieser Zeit konnte ich sogar meinen Vater zur aktiven Teilnahme am Reuschenberger Schützenfest begeistern.
Es war für uns beide einfach ein tolles Gefühl, wenn Vater und Sohn mit starker Verbundenheit in Schützenlust Uniform durch Reuschenberg marschierten.
 
                                    
Leider musste ich feststellen, dass zwei Schützenzüge und Feste, auch für einen „Berufsschützen“ zu viel sind und so beendete ich meine Schützenlaufbahn, mit einem „weinendem“ und einem „lachendem“ Auge, in Reuschenberg, um wieder ganz für das Neusser Schützenwesen da zu sein.